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Wildlife-Workshop · Wolf-Dieter Peest, Stefan Ott, Peter Ernszt

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Canon EOS 7D

Die Revolution von Canon

(Zitat von Canon bei der Neuvorstellung am 11.9.09)

Ein Erfahrungsbericht von Wolf-Dieter Peest.

Ein wesentlicher Bestandteil der umfangreichen Planungen und Vorbereitungen zur EOS 7D war der Gedankenaustausch mit Fotografen aus aller Welt. Die neue Kamera sollte gezielt an die speziellen Anforderungen und Wünsche ihrer Anwender angepasst werden. Es wurden weltweit über 5.000 Amateure und Berufsfotografen angesprochen und um ihre Meinung gebeten. Die EOS 7D ist das erste Resultat dieses Austauschs. Die EOS 7D hat einen neuen AF-Sensor mit 19 hoch empfindlichen Kreuzsensoren für die präzise Scharfstellung der Motive und mehr Flexibilität bei der Motivwahl. Dieses optimierte Autofokussystem bietet eine Reihe manueller und automatischer Einstellungen, einschließlich eines Zonen-AF- und eines Spot-AF-Modus zur schnellen und akkuraten Nachführung und Scharfstellung auf das Hauptmotiv. Sie besitzt einen Movie-Modus zur Aufzeichnung von Videos in Full-HD-Qualität, so wie einen integrierten Speedlite Transmitter, mit dem die Kamera mehrere externe Canon Speedlite-Blitzgeräte ohne zusätzliches optionales Zubehör steuern kann.
Mit obigem Text wird die neue 7D Kamera von Canon beworben.Endlich und auch etwas überraschend wartet die 7D mit vielen Futures auf, die man sonst nur von der Konkurrenz kennt. Da wären zum Beispiel: einblendbare Gitternetzscheiben, einblendbarer Horizont (vertikal wie auch horizontal). der besonders bei Landschaftsaufnahmen vom Stativ sehr hilfsreich sein kann. Ebenso wartet die 7D mit einem für diese Kameraklasse unüblichen 100%-Sucher auf. Der macht natürlich die Motivverfolgung viel angenehmer und man hat nicht mehr diesen „Tunnelblick“, wie man es noch von der 40D oder 50D kennt. Womit wir auch schon bei der Positionierung dieser neuen 7D angekommen sind – sie will kein Nachfolger der eher ungeliebten 50D sein , sondern viel mehr ein neuer Kameratyp, der genau zwischen der semiprofessionellen EOS 50D (1,6er Crop APS-C Sensor) und der 5D MK II (Vollformatkamera) liegt. Aus beiden Welten bringt sie etwas mit. Für mein Empfinden liegt sie aber eher näher an der 1D MK III, dazu später mehr.

Testbild Eisvogel 7D

Warum macht diese neue 7D nun alle Fotografen so verrückt und lässt sogar schon (wie in den einschlägigen Foren zu lesen war) einige 1D MK III, oder auch 1D MK II schwach werden und man plagt sich mit Wechselgedanken? Ist nun wirklich eine neue Ära bei Canon angebrochen und man bekommt eine echte Profikamera für nur 1600,- Euro?
Die Eckdaten versprechen einiges: Eine satte Auflösung von 18,1 Mio Pixeln und zum anderen aber auch die enorme Schnelligkeit von bis zu 8 Bildern pro  Sekunde im Serienbildmodus. Hohe ISO Empfindlichkeit bis zu 12800 ISO (zuschaltbar). Ein robustes Mangnesiumgehäuse mit Abdichtungen aller wichtigen Schalter. Noch zu erwähnen wäre ein völlig neues AF-System das mit 19 Kreuzsensoren und Zonen-AF neue Maßstäbe in dieser Kamerasparte setzt. In einigen Ausstattungsbereichen schlägt sie sogar eine 1D MK III locker. Ein integrierter Blitz ist auch mit an Bord, aber diesmal mit eingebauten ST-E2. Man kann mit dem vorhandenen Blitz (Leitzahl 12 bei 100 ISO) jetzt andere Blitze aus der EX Serie ansteuern. Auch Livebildaufnahmen und Filmen in hoher Full-HD Auflösung (1920 x 1080) mit  30 Bilder pro Sec. und mit bis zu 60 Bilder pros Sec. im HD Modus (bis 1280 x 720 Pixel). Diese Neuerungen lassen auf den ersten Blick eine wirklich kleine Revolution vermuten und quasi so manchen 1er Benutzer ins Grübeln verfallen. Ich bin der Sache auf den Grund gegangen und habe quasi vom ersten Tag der Verfügbarkeit an (ab 28.09. 2009), eine 7D im alltäglichen Einsatz gehabt. Als ich die Kamera zum ersten mal in die Hand genommen habe, ist mir sofort das wertige Gehäuse und das angenehme Anfassgefühl aufgefallen. Endlich mal eine Kamera die man gerne in die Hand nimmt. Sie vermittelt ein gutes Gefühl, ein robustes und solides Stück Technik in der Hand zu haben. Der reine Body wiegt ca. 820 gr.,  mit dem optionalen Handgriff BG-E7 liegt man fast auf dem Gewichtslevel einer 1D MK III.Übrigens ist dieser Griff unabdingbar für eine 7er, da man die Kamera damit einfach noch viel besser im Griff hat. Anscheinend hat Canon das auch so gewollt, denn ohne diesen Griff greift unweigerlich der kleine Finger ins Leere. Leider passt der BG von der 5D MK II nicht, das wäre auch zu schön gewesen, da sich die beiden Kameras hervorragend ergänzen und auch sonst viel gemeinsam haben. Um es ein wenig abzukürzen, in fast allen Belangen hat mich die neue 7D voll überzeugt.

Testbild 7D

Der sehr gute Nachführ-AF, die sensationelle Belichtungsgenauigkeit, die einmalige Farbwiedergabe, der recht hohe Dynamikumfang – alles das lässt keine Wünsche mehr offen. Ebenso die vielen kleinen nützlichen Neuerungen, siehe im Text weiter oben, lassen dem kreativen Fotografen viel Spielraum. Alles scheint so, als wenn Canon mit der neuen 7D der ganz große Wurf gelungen ist, wenn da nicht die 18,1 Mio Pixel auf dem kleinen APS Sensor (22,3 x 14,9 mm ) wären.Diese hohe Pixeldichte in Verbindung mit einem kleinen APS Chip (1,6er Crop) – kann das gut gehen, fragte ich mich? Canon hat ja ein neues Patent parat, das mit dem Einsatz von Microlinsen den Signalspannungsabstand der Zwischenräume der einzelnen Pixel besetzt und so das so genannte Bildrauschen bei höheren Isobereichen reduziert. Diese technische Errungenschaft ist sicherlich eine feine Sache und in Zusammmenarbeit mit dem neuen Digi4-Prozessor auch sehr wirkungsvoll. Doch auch Canon kann die Physik nicht neu erfinden und es bleibt ein fader Nachgeschmack, das hier nur wieder die übliche Pixelschippe draufgelegt worden ist, um ein weiteres Kaufkriterium bei der Pixelfraktion hervorzurufen. Nun sei es drum, hier verschenkt Canon wirkliches Potenzial. Denn wäre man bei anwenderfreundlichen 10 oder 12 Mio Pixel geblieben, so hätte diese Kamera wirklich das Zeug dazu ein echter Meilenstein in Sachen Rauschen zu werden. Aber so ist man in den Marketingabteilungen von Canon wohl immer noch  der Meinung, dass nur eine immer höher ansteigende Pixelzahl den Nutzer zum Kauf überzeugt.

Testbild Sperling 7D

Dennoch - es ist Canon tatsächlich gelungen, trotz dieser enormen Pixeldichte, das Bildrauschen in den Griff zu bekommen. Eine gute Qualität ist bis 800 ISO vorhanden und auch 1600 ISO gehen mit leichter Nachbearbeitung noch gut. In diesem Fall muss man ein wenig tiefer in die Materie einsteigen. Bei einer 40D mit z.B. 10 Mio. Pixel war auch bei ca. 800 ISO (max 1600 ISO) Schluss mit lustig, das schafft eine 7D jetzt mit immerhin 18 Mio Pixel. Ein mit der 7D gemachtes Bild im hohen Iso-Bereich (3200 ISO) sieht herunterskaliert auf 10 Mio. Pixel im Vergleich zu einem echten 3200 ISO Bild aus einer 40D immer noch besser aus. Nur, warum das Ganze? Was soll man mit einer Kamera, die erst nach dem Herunterrechnen der riesigen Datenmenge (102 MB Datei als 16 Bit-Tiff) eine gute Bildqualität bietet? Sind die 18 Mio. Pixel aus einer 7D einer 10 Mio. Pixeldatei einer 40D oder einer 1D MK III wirklich auflösungstechnisch überlegen? Kann man sichtbare Detailverbesserungen erkennen und auch zu Papier bringen, oder nicht? Oder relativiert sich das Ganze nur auf eine riesige Datenmenge und man hat eigentlich viel Datenbrei dem die eigentliche Bildqualität abhandengekommen ist? Auch hier muss man sehr genau analysieren. Denn wer glaubt, mit dieser Kamera jetzt das Nonplusultra gefunden zu haben, liegt wohl daneben. Im Gegenteil, wer wirklich hohe Ansprüche an Bildqualität stellt, sollte – um diese auch aus der neuen 7D zu bekommen– verschiedene Faktoren nicht außer acht lassen. Ich rede hier nicht von gut oder brauchbar, sondern von exzellenten Ergebnissen. Und wer die erzielen möchte, muss bei dieser Kamera mit optimalen Festbrennweiten und unter optimalen Bedingungen arbeiten. Eine 40D, 1D MK III oder eine Vollformatkamera wie die 5D MK II oder 1DS MK III vertragen locker ein EF 5,6/100-400 L IS oder ein anderes lichtschwaches Zoom. Aber noch nie habe ich einen solch anspruchsvollen Sensor wie den der 7D gesehen. Noch nie waren auf so wenig Platz (22,3 x 14,9 mm) so viele Pixel untergebracht.

Testbild 7D


Nur sehr wenige Objektive halten die Auflösung parat, die dieser Sensor verlangt (auch wenn einige Leute bei Canon das Gegenteil behaupten und meinen, das die EF Objektive weit mehr als 30 Mio. Pixel vertragen). Auf einen Vollformatsensor im echten Kleinbildformat (36 x 24 mm) mag das zutreffen, aber nicht auf einen APS Sensor. Besonders wer ein wenig schlampig arbeitet, wer bei  schlechtem Licht eine lichtschwache Zoomlinse benutzt und zudem noch eine hohe ISO eingestellt hat, der darf sich nicht wundern, wenn aus der 7D nur noch matschige weiche Bilder  herauskommen. Gerade der hoch empfindlich vollgepackte kleine APS Sensor braucht verdammt gute Rahmenbedingungen, um zur Hochform aufzulaufen.Die da wären: ISO Bereiche bis max 640 benutzen, sehr gutes Licht bzw. gut ausgeleuchtete Motive, kurze Verschlusszeiten (mindestens 250 sec.bei statischen Motiven, bei bewegten Objekten über ein 1000tel sec., besser mehr), unbedingt gute L-Festbrennweiten benutzen, den Einsatz von Konvertern vermeiden. Wer diese Rahmenbedingungen beachtet hat eine genial hochauflösende Kamera mit viel Potenzial für große Abzüge und Ausschnittreserven.Ich habe in den letzten Wochen die 7D unter verschiedenen Rahmenbedingungen und mit den verschiedensten Objektiven eingesetzt und komme so für mich zu folgendem Ergebnis:
Bei den angeführten guten Bedingungen habe ich mit dem neuen 2,8-100 L IS Makro sehr gute Ergebnisse erzielen können. Hier war ich bei guten Licht am Strand unterwegs auf einer Workshoptour am Darß. Bei niedriger ISO zwischen 100 bis 400, ist die Auflösung sehr gut über den gesamten Bildbereich. Überhaupt muss ich sagen, das genau dieses neue Macroobjektiv von Canon (das auch zusammen mit der 7D vorgestellt worden ist) am besten mit dieser harmoniert. Schon bei Offenblende sind extrem gute Ergebnisse zu erzielen. Aber auch andere Objektive kamen zum Einsatz, wie mein 1,4-50er, mein 1,8-85er so wie auch die beiden großen 2,8-300 L IS und das 4,0-600 L IS.
Das 2,8-/70-200 L IS schlägt sich auch tapfer, aber nur leicht abgeblendet war es wirklich top. Mein 4,0/17-40 L so wie auch das Sigma 5,6 /12-24 EX konnten nur ab Blende 8 einigermaßen überzeugen. Da bringt eine 5D MK II eine sichtbar bessere Auslösung zustande. Was für so eine Kamera im Objektivpark bei Canon fehlt, ist ein gutes 4,0/16 L USM (kein Tilt und Shift für 2200,-Euro)
Auch die beiden großen L haben ohne Konverter, leicht abgeblendet, sehr gute Auflösung über den gesamten Bildbereich gebracht. Der Konvertereinsatz (1,4 fach original Canon) ließ schon ein Nachlassen der Bildqualität sichtbar werden, so das ich ihn nicht unbedingt empfehlen würde.
Nur leicht abgeblendet und bei guten Lichtverhältnissen ist der Konvertereinsatz noch zu vertreten.

Testbild Kranich 7D

Testbild Kranich 7D

Das neue AF-System mit den frei wählbaren Zonen-AF funktionierte bei den Kranichen und den Wildgänsen sehr gut, ich habe viele gute Bilder gemacht und ein deutlicher Anstieg der Treffer (im Vergleich zu einer 40D oder 50D) war auszumachen. Aber auch hier spielt das Licht eine große Rolle, gute Auflösung im Gefieder erreichte ich nur bei sehr kurzen Verschlusszeiten und ohne Konverter. Ein anderes Phänomen im Zusammenhang mit der Auflösung ist mir bei der 7D auch aufgefallen.Nämlich die 100% Ansicht der Bilder an meinem Monitor (ich habe einen EIZO FlexScan SX 30031W und eine Samsung Syncmaster 275t): Die Bilder erscheinen in der 100% Ansicht erstmal ziemlich weich und unscharf, nur sehr selten kommt ein kleiner Ruck und es wird dann ziemlich scharf (war nur bei den Makrobildern der Fall). In der 50% Ansicht sind dann die Bilder sehr gut und kommen scharf dargestellt. Da merkt man den Unterschied zu früheren Kameras, da hat man das typische Rucken abgewartet und es war dann so ein „Aha-Erlebnis“ und man freute sich über ein knackscharfes Bild „Out of Cam“. Die Zeiten sind wohl endgültig vorbei und man muss neu definieren was man möchte. Möchte mann riesige Dateien die sich gut nachschärfen lassen um zu akzeptablen Ergebnissen zu kommen, oder soll man wieder eine gute alte 1D oder gar D 60 kaufen um knackscharfe Bilder  „Out of Cam“ zu haben? Nein, natürlich möchte niemand mehr die Vorzüge der heutigen digitalen DSLR-Kameras vermissen und wohl kaum ein Fotograf verschwendet noch einen Gedanken an eine alte 4 oder 6 Mio. Pixelkamera. Nur manchmal denke ich halt noch mit ein wenig Wehmut daran zurück, wie schön das doch war, scharfe Bilder direkt aus der Kamera, ohne dieses viele Wenn und Aber.
Die neue 7 D ist sicherlich eine absolut tolle Kamera mit all ihren Neuerungen und Vorzügen eine gute Bereicherung für die Telefraktion im Tierfotografenbereich. Ebenso ist Canon eine Kamera gelungen die auf dem Rauschnivau der vermeintlichen Vorgänger geblieben ist und das, obwohl die Sensorauflösung fast verdoppelt wurde. Alleine diese Tatsache kann schon als kleine Sensation angesehen werden.(Ob das der richtige Weg auf Dauer ist, sei mal dahingestellt). Dazu die vielen kleinen Features, die in dieser Kameraklasse nicht unbedingt üblich waren, und der recht attraktive Preis runden das Gesamtpaket 7D ab. Das positive Bild wird leideer getrübt durch die Schwächen beim Konvertereinsatz. Für mich bleibt nur noch zu sagen: bitte, bitte, liebe Canonfangemeinde, schreit nicht mehr nach noch mehr Pixeln, damit die Marketingstrategen auch bei Canon merken, das es langsam zu viel des Guten wird. Leider waren bei den befragten 5000 Fotografen im Vorfeld zur Entwicklung der 7D, wohl zu viele Pixeljunkies unterwegs.
Na ja, evt. klappt es ja beim nächsten mal.



"immer gut Licht "
wünscht ihnen das Wildlife-Workshopteam

 

Links zu Originalbildern

Bild 1 3200 Iso

Bild 2 1600 Iso

Bild 3 800 Iso

 

 

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